Vom Campingplatz in die Wildnis #Tag 2 & 3

Gerade sitzen wir entspannt auf einer Bank in Amfilochia und genießen die Sonne und das Meer nach den ebenso sonnigen letzten Tagen. Aber wir wollen nichts vorweg nehmen, die Erlebnisse des heutigen Tages bis hierher werden euch bald in einem weiteren Eintrag schmackhaft gemacht.

Tag 2: 

Der zweite Tag unseres Trips startet auf dem Campingplatz kurz hinter Korinth. Wir hatten uns vorgenommen um 8 Uhr wohl genährt den schönen Fleck zu verlassen und in die Pedale zu treten.

Frühstückskulisse beim Campingplatz

Der Wecker klingelt um 7 Uhr, wir stehen auf und machen Frühstück. Es gibt noch die letzten Reste vom Müsli von daheim welches wir beim Sonnenaufgang am Meer genießen. Doch wie das auf einem Campingplatz so ist genießen wir noch die Vorteile der vorhandenen Infrastruktur (Dusche, WC, Küche, Wlan) und als wir uns dann los machen ist es schon zwanzig vor zehn. Nicht der beste Start in den zweiten Tag, dafür haben wir bei bestem Wetter fast nur flache Küstenstrecke vor uns.

So etwas haben wir noch nie gesehen, ein echtes Fahrrad eingemauert! Ein tolles Kunstwerk.

Die Strecke lässt sich sehr angenehm fahren und wir kommen durch viele nette Örtchen. Kaum hat man ein Ort verlassen, kommt man schon in den nächsten. So fahren wir die ersten 60 km glückselig am Wasser entlang und treffen immer wieder Leute am Wegesrand die nett grüßen.

Mittagspause im Schatten, Leon lockert seine Beine

Trotz der gut 30°C in der Sonne, ist es im im Schatten doch noch etwas kühl ohne Jacke. Die Natur macht zwar schon alle Anzeichen von deutschem Hochsommer, doch ist das das lediglich der milde Frühling. Ein sehr schöner Frühling! Nach der Stärkung am Mittag machen wir uns weiter gen Westen und nun wird es ein wenig hügeliger.

Unterwegs kommen wir bei diesem äußert kreativ gestalteten Stromkasten vorbei.

Gegen Abend machen wir uns langsam Gedanken, wo wir diese Nacht verbringen können. Da es immer noch recht dicht besiedelt ist sehen wir nicht die Möglichkeit des wildcampens und informieren uns zu umliegenden Campingplätzen. Doch leider liegt der nächste 17 km hinter uns und zurück wollen wir beide nicht. So fragen wir in einem Café, wo es eine günstige Unterkunft gibt und der nette Mann beschreibt uns den Weg, welcher sogar direkt auf unserer Route liegt. Wir machen uns also los, doch irgendwie wollen wir es nicht wahrhaben zum Hotel zu fahren. So suchen wir auf dem Weg in der Dämmerung eher verzweifelt als gewollt nach einem geeigneten Campingspot. Und der Zufall will es so, dass wir kurze Zeit später einem Mann begegnen, der uns einen einigermaßen geigneten Platz zwischen zwei Straßen zeigt. Wir sind etwas verwundert und er erklärt, hier sei es sicher vor Schlangen. Das leuchtet ein und so packen wir müde und doch noch etwas misstrauisch um die Eignung des Ortes unser Zelt aus.

Im Schutz der Dunkelheit mit Blick auf die Rio-Andirrio Brücke.

Tag 3:

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker schon um 6 Uhr, um unser Lager noch im dunkeln abzubauen. Diesmal klappt unser Plan auch und wir sitzen um punkt 7 Uhr pünktlich zum Sonnenaufgang auf den Rädern.

Mit den ersten Sonnenstrahlen bauen wir das Zelt ab.

Mit noch leerem Magen aber einem guten Gefühl, so früh schon unterwegs zu sein, nehmen wir die berühmt berüchtigte Rio-Andirrio Brücke in Angriff. Sie verbindet die Peloponnes mit dem Festland und ist über 2 km lang.

Aufwärmübungen oder so ähnlich, vor der Rio-Andirrio Brücke.

Eigentlich sollte das obere Foto auch so aussehen, aber der geliebte Selbstauslöser spielte uns einen Streich 😀

Voller Elan überqueren wir im magischen Morgenlicht die Meeresenge und werden von starken Seitenwind auf der Brücke überrascht. So verschieben wir unser geplantes Frühstück auf hinter die Brücke, wo wir von netten Bauerbeitern auch Wasser bekommen.

Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk!

Nach der ersten Mahlzeit des Tages fahren wir die Küste entlang nach Etoliko. Das Wetter spielt wie die letzten Tage wieder bestens mit und es ist sehr angenehm im Trikot und kurzer Hose zu fahren.

Langsam wird es ein wenig hügeliger.

Kurz vor Etoliko kommt uns die zweite Radreisende seit unserer Abfahrt aus Athen auf der gegenüberliegenden Spur entgegen und wir grüßen uns überschwänglich herzlich. Als sie vorbei gefahren ist ärgern wir uns ein wenig nicht angehalten und sich ausgetauscht zu haben und so nehmen wir dies uns fest für die nächste Begegung Gleichgesinnter vor.

Blick auf die kleine Insel Etoliko.

Mittags kommen wir dann in dem kleinen gemütlichen Ort Etoliko an, welcher zum Großteil auf einer winzigen Insel in einer Lagune liegt. Nach einer überaus üppigen Stärkung mit saisonalen Erdbeeren machen wir uns auf Erkundungstour der Insel.

Eine Landzunge, die von der Insel 2 km in den Süden ins Meer ragt.

Da uns die Insel so gut gefällt verbleiben wir noch eine Weile dort und machen uns auf zum ersten der vierzehn Buchläden, die wir mit unserem verbotenen Buch „Das Tagebuch der Anne Frank“ besuchen wollen. Dieses wollen wir am Ende unserer Reise mit 14 Einträgen von Buchhändlern aus 14 Ländern, mit Gedanken zu Anne Frank, dem Kunstwerk „Parthenon der Bücher“ der documenta 14 in Kassel zur Verfügung stellen.

Glücklich neben dem ersten Kommentator unseres Buches vor seinem eigenen Schreibwarenladen in Etoliko.

In einer kleinen Seitengasse werden wir dann auf der Insel tatsächlich noch fündig und treffen auf einen sehr netten Mann eines Schreibwarenladens. Auf die Frage, ob er das Buch kenne antwortet er selbstverständlich mit ja und will uns nach dem gemeinsamen Foto sogar noch etwas als Dank mitgeben. Doch wir geben ihm etwas verwirrt von der Gastfreundschaft zu verstehen, dass wir zu danken haben und verabschieden uns fröhlich.

Telefonzelle auf griechisch.

Wir machen uns dann schließlich gegen späten Nachmittag von Etoliko weiter und entdecken auf unserem Weg runter von der Insel noch diese wunderbare Telefonzelle. Und der Hammer ist, das Scheibentelefon funktioniert noch! Wir fahren noch bis in die Dämmerung und finden schließlich nach einigen missglückten Anfragen bei Bauern im Garten zu zelten einen schönen Platz unter Olivenbäumen inmitten der Natur.

Eine geruhsame Nacht mit einer tollen Geräuschkulisse von unzähligen Vögeln.

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